WärmepumpenChallenge.MFH: Drei Konzepte für Mehrfamilienhäuser ausgezeichnet
Mit dem in 2025 ausgerufenen Wettbewerb „WärmepumpenChallenge.MFH“ hatte das Land Nordrhein-Westfalen übertragbare, praxistaugliche und effiziente Konzepte für Wärmepumpensysteme in Mehrfamilienhäusern gesucht. Gemeinsam mit dem NRW-Wirtschafts- und Klimaschutzministerium kürte die Landesgesellschaft für Energie und Klimaschutz und weiteren Partnern schließlich drei Siegerprojekte.
Ausgezeichnet wurden die Indicamus GmbH aus Köln, die Vaestro GmbH aus Düsseldorf und die Wohnungsgesellschaft Werdohl GmbH aus Werdohl im Märkischen Kreis.
Hintergrund des Wettbewerbs war die große Bedeutung klimafreundlicher Wärmeversorgung im Geschosswohnungsbau: In Nordrhein-Westfalen machen Mehrfamilienhäuser mehr als die Hälfte des Wohnungsbestands aus. Ziel des Landes war es, standardisierbare Wärmepumpenlösungen für den Bestand sichtbar zu machen und damit Impulse für die Wärmewende in Mehrfamilienhäusern zu setzen. Gerade dort gelten Umrüstungen oft als besonders anspruchsvoll – etwa wegen begrenzter Aufstellflächen, enger Technikräume, dezentraler Bestandsanlagen, teils hoher Vorlauftemperaturen oder hygienischer Anforderungen bei der Warmwasserbereitung. Die prämierten Konzepte zeigten Lösungswege für Gebäude ab sechs Wohneinheiten aus den Nachkriegsbaujahren 1949 bis 1977 auf.
Indicamus GmbH
Ausgezeichnet wurde das Konzept für das Mehrfamilienhaus in der Nikolaus-Lenau-Straße in Bergisch Gladbach. Dort sollten Gasetagenheizungen durch ein zweistufiges Wärmepumpensystem ersetzt werden, bestehend aus einer zentralen Luft-Wasser-Split-Wärmepumpe und dezentralen Wasser-Wasser-Mikrowärmepumpen. Ein digitaler Gebäudezwilling bildete die Grundlage für eine effiziente Planung mit minimalem baulichem Aufwand. Das Konzept zielte darauf ab, den Energieverbrauch zu senken und sich zugleich auf vergleichbare Bestandsgebäude übertragen zu lassen.
Vaestro GmbH
Prämiert wurde ein Modernisierungskonzept für ein Gebäude in Bochum aus dem Baujahr 1958. Vorgesehen war eine zentrale Wärmepumpe in Kombination mit dezentralen Wohnungsstationen. Vaestro plante, sich an der Investition zu beteiligen, die Anlage selbst zu betreiben und eine flexible Strombeschaffung sowie eine stabile Wärmeversorgung sicherzustellen. In Verbindung mit staatlichen Fördermitteln sollte so für die Mieterinnen und Mieter Kostenparität gegenüber einem neuen fossilen Heizsystem erreicht werden. Ergänzt wurde das Konzept durch moderate Sanierungsmaßnahmen, darunter der Austausch aller Heizkörper.
Wohnungsgesellschaft Werdohl GmbH
Der dritte Preisträger war das teilkommunale Wohnungsunternehmen mit einem Konzept für die Gebäudegruppe Breslauer Straße aus dem Baujahr 1952 in Werdohl-Ütterlingsen. Vorgesehen waren standardisierte Lösungen mit Luft-Wärmepumpen, ergänzt um weitere Bausteine wie ein einheitliches Heizungsmonitoring und ein Kommunikationskonzept für die Bewohnerinnen und Bewohner. Ziel war es, die Maßnahmen auf weitere Mehrfamilienhäuser im eigenen Portfolio zu übertragen.
Die drei Siegerprojekte erhielten vom Land jeweils ein Preisgeld von 15.000 Euro. Die Umsetzung der Vorhaben wurde für 2026 angekündigt.