Interview „Zwei Volkswirte als SHK-Unternehmer“
Handwerk schlägt Universität.
„Neben der Schule waren wir immer sehr sportbegeistert: Wir haben Fußball und Basketball gespielt. Der kompetitive Ehrgeiz war sowohl im Sport als auch in der Schule immer vorhanden.“ Das erzählen die Zwillingsbrüder ganz spontan zu Beginn des Interviews und so wie sie strahlen, sieht man sofort, was sie meinen.
Zwei Akademiker als Handwerker. Was war der ursprüngliche Berufswunsch?
„Ursprünglich hatten wir keinen gezielten Berufswunsch. Ins Handwerk zu gehen kam uns jedoch lange Zeit nicht in den Sinn.“
Wie kam es zum Sinneswandel, eine Ausbildung im Handwerk zu machen?
„Während unseres Studiums hat sich unser Vater seinen jahrelangen Traum der Selbstständigkeit erfüllt und sein Elan hat uns gepackt. Wir haben zuerst nur als Minijob in den Semesterferien gearbeitet. Jedoch hat uns unsere gemeinsame Arbeit nicht nur Spaß gemacht, sondern mein Bruder und ich haben auch das Potential im Handwerk für uns entdeckt.“
Was macht das Handwerk so besonders?
„Der Vorteil vom Handwerk ist die abwechslungsreiche Arbeit und die Möglichkeit zu sehen, was man geschafft hat. Hinzu kommt die Wertschätzung der Kunden, wenn man ihnen ihr Traumbad gebaut oder die Heizungsstörung behoben hat und es wieder warm wird im Haus. Das ist etwas, was unserer Meinung nach kein anderer Beruf schafft.“
Welche Ziele haben Sie mit der elterlichen Firma?
„Unser Hauptziel ist es, ein Unternehmen aufzubauen, in das wir unsere Stärken aus beiden Bereichen – Handwerk und Universität – einbringen können. Gute Organisation und Kommunikation gepaart mit präziser Arbeit, um sowohl Kunden als auch Mitarbeiter zufriedenzustellen.
Mit der Firma sehen wir uns und alle anderen Heizung- und Sanitärfirmen als Hauptakteure im Kampf gegen den Klimawandel. Wir stehen an der Front und müssen erneuerbare Energien anwenden und vorantreiben. Wir wollen langfristig die Nachhaltigkeit von Wohnhäusern und Wohnungen steigern und das mit erhöhter Effizienz.“
Wie klappt die Zusammenarbeit unter Brüdern? Wer macht was? Gibt es eine Spezialisierung?
„Die Zusammenarbeit klappt hervorragend. Wir sind schon von Geburt an unzertrennlich und kennen einander in- und auswendig. Arbeitsprozesse müssen kaum noch besprochen werden. Wir verstehen uns blind. Natürlich gibt es hin und wieder Differenzen, aber die sind spätestens beim Abendessen ausgeräumt.
Auf der handwerklichen Seite teilen wir uns die Arbeit gleichmäßig auf. Im administrativen Teil hat Trim die Kommunikation für den internen Bereich (Steuerberater, Buchhaltung etc.). Urim kümmert sich mehr um die Kommunikation mit den Kunden (Kundenberatung, Angebotserstellung usw.). Aber wir können uns trotzdem immer austauschen und uns bei Fragen auf den anderen verlassen.“
Wie hilft Ihnen Ihr Studium dabei, Ihre Ziele zu erreichen?
„Durch das Studium haben wir sehr gute Kenntnisse in der Betriebsführung erlernt und können das Wissen bestmöglich in der Angebotserstellung oder Mitarbeiterführung nutzen. Ein Schwerpunkt des Studiums war die Digitale Ökonomie. Hierdurch können wir die neuen digitalen Themen gut mit dem traditionellen Handwerk verbinden und nachhaltige Synergien erschaffen. Unsere Kunden sind begeistert, mit unserer Hilfe etwas gegen den Klimawandel zu tun.“
- Trim & Urim Ejupi
- Jahrgang 1998
- Abitur 2016
- Studium bis 2020
- Ausbildung mit Abschluss Mitte 2022 als Jahrgangsbeste
- Meisterschule bis 2023
- Ausbildungsbetrieb: EJUPI Haustechnik GmbH, Familienbetrieb, 5 Beschäftigte